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DER AUFHALTSAME AUFSTIEG DES ARTURO UI

Beginn Fr, 24.01.20 19:30 - Ende Fr, 24.01.20 22:00
Theaterzelt

Der Schoß, aus dem das kroch...

 

Eine Wirtschaftskrise braut sich in Chicago zusammen. Der Karfioltrust, ein Zusammenschluss von Unternehmen, der die Einzelhändler mit Blumenkohl und anderem Gemüse versorgt, findet keinen Absatz mehr. Der Gangsterboss Arturo Ui bietet den Geschäftsleuten an, mit Gewalt und Drohungen für mehr Umsatz zu sorgen. Diese lehnen zunächst jedoch ab. Als Ui allerdings seine Macht unter Beweis stellt, indem er einen Speicher in Brand setzen lässt und die Gemüsehändler so zu Schutzgeldzahlungen zwingt, lenkt auch der Karfioltrust ein. Doch Uis Pläne gehen schon längst weiter: Von einem Schauspieler lässt er sich beibringen, wie man eine große Masse von Menschen manipulieren kann. Und dann ist da ja noch die kleine Vorstadt Cicero, auf die er es abgesehen hat, um seinen Machtbereich zu vergrößern. Ist der Aufstieg des Arturo Ui noch aufzuhalten?

 

Bertolt Brecht (1898-1956) schrieb seine Parabel über den Aufstieg Adolf Hitlers 1941 im finnischen Exil. Eine Aufführung, die er sich in den USA erhofft hatte, kam nicht zustande. So wurde das Werk erst nach seinem Tod 1958 in Stuttgart uraufgeführt.

 

Brecht erzählt Hitlers Weg zur Macht von 1929 bis zum Anschluss Österreichs 1938 in der Figur des Gangsters Arturo Ui. Weitere Parallelen zu historischen Persönlichkeiten und Ereignissen, wie dem Reichstagsbrand 1933 oder der Ermordung Ernst Röhms 1934, sollten jedoch nicht den Blick für das Hochaktuelle dieses Stückes in Zeiten erstarkender Diktaturen verstellen. Denn, wie es im Epilog heißt, „der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch.“


DER NACKTE WAHNSINN

Wird zu einem späteren Zeitpunkt wiederholt!

Sardinen! Sardinen!

 

Eine englische Tournee-Theatertruppe probt die Komödie „Nackte Tatsachen" und obwohl sich die Probenzeit schon dem Ende zuneigt, zeigt sich, dass noch recht wenig funk-tioniert: die Technik hakt, das Bühnenbild hat Macken und der Text sitzt noch nicht richtig. Lloyd, der Regisseur, verzweifelt ob seiner Darsteller und seiner Frauengeschichten:

 

Dotty, die Grande Dame des Ensembles, kommt weder mit ihren Requisiten noch ihren Kollegen klar. Selsdon, das älteste Ensemblemitglied, verpasst ständig seinen Auftritt und hängt an der Flasche. Gary macht gerade eine seiner zahlreichen Krisen durch, Brooke verliert dauernd ihre Kontaktlinsen und Tim, der Inspizient, ist völlig erschöpft, weil er bis spät in die Nacht am Bühnenbild gearbeitet hat. Aber: The show must go on! Bei den folgenden Vorstellungen in der britischen Provinz zeigt sich, dass die Situation nicht wirklich besser wird: Die Nerven liegen blank und die Beziehungen innerhalb des Ensembles werden immer verworrener. Trotzdem muss der Vorhang jeden Abend hochgehen. Echte Profis lassen sich auch von ausgemachtem Chaos nicht aus der Ruhe bringen. Oder vielleicht doch? Der Wahnsinn greift um sich – der ganz normale Theater-Wahnsinn.

 

Michael Frayn (*1933) studierte Slawistik und Philosophie. 1977 wurde sein erstes Theaterstück (Alphabetisch angeordnet) uraufgeführt. Der nackte Wahnsinn, sein in Deutschland bekanntestes Stück, kam 1982 heraus. 1992 wurde es von Peter Bogdanovich mit Michael Caine in der Rolle des Regisseurs verfilmt. In seinen späteren Stücken wie Kopenhagen (1998), Demokratie (2003) und Reinhardt (2010) beschäftigte sich Michael Frayn hauptsächlich mit der deutschen Geschichte.


MARIA STUARDA

Beginn Sa, 25.01.20 19:30 - Ende Sa, 25.01.20 22:00
Beginn So, 26.01.20 16:00 - Ende So, 26.01.20 18:30

my end is my beginning.

 

Seit fast 20 Jahren wartet die inhaftierte Königin von Schottland, Maria Stuart, auf ihr Urteil. Doch Elisabeth I., Königin von England, kann sich nicht durchringen, den Tod ihrer Verwandten zu befehlen. Ein Freispruch kommt noch weniger in Frage, weil Maria dann Ansprüche auf den englischen Thron geltend machen würde. Graf von Leicester, von Elisabeth begehrt, aber in die schöne Maria verliebt, versucht zwischen den Kontrahentinnen zu vermitteln, gerät letztlich aber zwischen die Fronten und wird gezwungen, der Hinrichtung Marias zuzusehen.

 

Donizettis Oper basiert auf dem Drama von Friedrich Schiller, der sich die persönliche Konfrontation zwischen den beiden Rivalinnen ausdachte, die sich in Wirklichkeit nie begegnet sind. Statt um Gnade zu flehen, sucht Maria die Provokation und beschimpft Elisabeth als „Bastard". Diese Szene bot Donizetti die wirkungsvolle Möglichkeit, zwei Soprane als Königinnen aufeinanderprallen zu lassen. Die Uraufführung stand allerdings unter keinem guten Stern: Der Legende nach prügelten sich die Kontrahentinnen der Oper auch privat auf der Bühne, die Königin von Neapel wurde während der Generalprobe ohnmächtig, die Primadonna sang die Premiere stimmlich angeschlagen und die Zensur war so unzufrieden, dass die Oper völlig verändert unter anderem Namen herauskommen musste. Erst in den 1950er Jahren wurde Maria Stuarda wiederentdeckt und erfreut sich auch in jüngerer Zeit großer Beliebtheit.

 

In italienischer Sprache mit Übertiteln


DAS LAND DES LÄCHELNS

Wird zu einem späteren Zeitpunkt wiederholt!

Was du liebst, lass frei!

 

Eine Beziehung zwischen zwei Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Wurzeln kann aufregend und elektrisierend sein. Doch hält die frische Verliebtheit auch dem Alltag stand? Überlebt sie gar im fremden Land des Geliebten? Die Beziehung zwischen dem Chinesen Sou-Chong und der Wienerin Lisa wird im Land des Lächelns auf eine harte Probe gestellt.

 

„Immer nur lächeln“ – und sich ja nichts anmerken lassen. Denn „wie’s da drin aussieht, geht niemand etwas an.“ Jegliche Sehnsüchte und Triebe zu unterdrücken, hat der selbstdisziplinierte Prinz Sou-Chong von klein auf gelernt. Lisa verliebt sich Hals über Kopf in den Diplomaten, als er in Wien Station macht. Seine Reserviertheit empfindet sie als eine Abwechslung vom aufdringlichen Gehabe ihrer Verehrer. Allen Warnungen zum Trotz folgt sie Sou-Chong in seine ferne Heimat, als er dort zum Ministerpräsidenten ernannt wird. Doch manchmal sind die Umstände stärker als alle Gefühle, und Lisa und Sou-Chong merken nach und nach, dass das Protokoll und die Tradition ihre Liebe unmöglich machen...

 

Der Liebesverzicht verhindert das traditionelle Operetten-Happy-End und bedingt einen wehmütigen Ausklang.

 

Das Land des Lächelns (1929) stammt aus Franz Lehárs später Schaffensphase. Neben der beschwingten Operettenheiterkeit atmet das Stück eine tiefe Melancholie. Die opernhafte Partitur bekommt in der fein gearbeiteten Orchestrierung stellenweise eine fernöstliche Note. Kaum eine andere Operette kann mit so einer Vielzahl an berühmt gewordener Musik aufwarten: Neben schwelgerischen Nummern wie „Dein ist mein ganzes Herz“, „Von Apfelblüten einen Kranz“ und „Wer hat die Liebe uns ins Herz gesenkt“ sorgt das Buffopaar in Gestalt von Graf Gustl und Prinzessin Mi für eher humoristische Töne („Meine Liebe, deine Liebe“).


AMADEUS

Wird zu einem späteren Zeitpunkt wiederholt!

Genie gegen Mittelmaß!

 

Antonio Salieri, Hofkapellmeister Kaiser Josephs II. in Wien, blickt auf sein Leben zurück. Bereits als Kind von dem Wunsch getrieben, ein berühmter Komponist zu werden, muss er nach einer Begegnung mit Mozart feststellen, dass er lediglich durchschnittlich komponiert, während Mozart vor Genialität und Ideenreichtum nur so sprüht. Vergiftet durch Missgunst beschließt er, Mozarts Aufstieg zu verhindern. Er kündigt seinen Pakt mit Gott auf und setzt nun alles daran, Mozart – dessen Genie von den Zeitgenossen ohnehin nicht erkannt wird – überall in Misskredit zu bringen, seine Anstellung bei Hof zu verhindern und ihn so langsam auszuhungern. Doch während Mozart zu unvergänglichem Ruhm aufsteigt, fällt Salieri noch zu Lebzeiten der Vergessenheit anheim.

 

„Gewiss, man hat mir Gift gegeben!“ – mit diesen Worten einige Wochen vor seinem Tod, beschwor Wolfgang Amadeus Mozart selbst das Gerücht, er sei nicht eines natürlichen Todes gestorben, sondern umgebracht worden – vielleicht von seinem ärgsten Widersacher, dem Komponisten Antonio Salieri.

 

Aus diesem Stoff hat der britische Dramatiker Peter Shaffer (1926-2016) einen Theaterkrimi gemacht und damit eines der meistgespielten Stücke des 20. Jahrhunderts geschrieben. Seit der Londoner Uraufführung 1979 eroberte es alle Bühnen der Welt und ist nun endlich wieder am Landestheater Niederbayern zu sehen.


DON GIOVANNI - Oper von Wolfgang Amadeus Mozart

Wird zu einem späteren Zeitpunkt wiederholt!

Keine Ruh’ bei Tag und Nacht,
Nichts, was mir Vergnügen schafft!

 

Dieser Mann schreckt vor nichts zurück. Dokumentiert sind 2065 Eroberungen und die nächste steht schon kurz bevor. Doch der Plan misslingt: Das anvisierte Opfer setzt sich zur Wehr und verfolgt ihn, um seine Identität zu erfahren. Auf der Flucht tötet er ihren Vater. Eine andere Frau, die er sitzengelassen hat, will ihn zur Rede stellen, doch er lässt sie durch seinen Diener verspotten und türmt erneut. Ein junges Bauernmädchen will er gar am Tag ihrer Hochzeit verführen. Denn was er will, das nimmt er sich – mit heuchlerischen Schwüren, durch seinen unwiderstehlichen Charme, und wenn das alles nicht funktioniert – auch mit Gewalt.

 

Don Giovanni ist eine großartige Projektionsfläche, für Männer wie für Frauen. Jeder kann in ihm das sehen, was er sehen will: Er ist Kavalier, Charmeur, Heiratskandidat, Sexsüchtiger, Gotteslästerer, Vergewaltiger und Mörder in einer Person. Doch die treibende Kraft der Oper sind pikanterweise drei Frauen: Donna Anna, Donna Elvira und Zerlina. Sie tun sich zusammen und nehmen Rache an dem Verführer. Kann man Giovannis Psyche überhaupt entschlüsseln? Nein, natürlich nicht! Genau das ist das ewig Grandiose an Mozarts Opern. Sie werfen mehr Fragen auf, als sie beantworten. Diese Ambivalenz macht sie so faszinierend, so schwierig, so einzigartig. Sie sind ein komplexes Kaleidoskop all der Verstrickungen, Sehnsüchte, Ängste, die tief in jedem Menschen wurzeln, ihn anfeuern oder lähmen...

 

In italienischer Sprache mit Übertiteln


LUISE KINSEHER

Freitag, 24. Januar 2020, 20:00
Rathausprunksaal

LUISE KINSEHER "MAMMA MIA BAVARIA"

 

Wer mit Bayern klar kommt, kann auch Europa!
Das neue Kabarettprogramm von Luise Kinseher beschäftigt sich mit einer Frage von globalem Ausmaß: Welche Bedeutung hat Bayern vom Weltraum aus betrachtet? Und welche Bedeutung hat das für die Welt? Bayern passt gerade mal auf einen moosgrünen Bierdeckel, der bei Google Earth schon mit drei Klicks im tiefen Einheitsblau des Planeten verschwindet.

 

Die Bayern selbst sind dabei nichts weiter als ein exorbitant kleiner Teil des parasitären Menschbefalls unter dem die Erde bereits seit ca.15 Millionen Jahren leidet und man müsste schon durch ein Mikroskop von immensen Ausmaß blicken, um irgendetwas anderes dabei zu entdecken.

 

Luise Kinseher, bekannt als Mama Bavaria vom Nockherberg, kann das natürlich nicht auf sich sitzen lassen und hat sich für ihr aktuelles Kabarettsolo in ein weit entferntes extraterrestrisches Observatorium inmitten ihres großen Herzens zurückgezogen und das mal an und für sich global betrachtet: Wie wirkt sich das bayerische Mantra „Mia san Mia" eigentlich auf eine Schafherde in Neuseeland aus?

 

Stimmt es wirklich, dass bei jeder bayerischen Fahnenweihe im indischen Ozean ein Matrose stirbt? Und ist es wahr, dass in China eher ein Sack Reis umfällt, als dass ein Franke einen Maßkrug ext? Kommt der Islam aus der Yucca Palme oder fürchten wir uns vor Hirngespinsten? Hat sich deshalb der Bayer seine „Heimat" nur ausgedacht? Wie denkt die letzte Nonne Bayerns darüber und was hat die Schützenliesel damit zu tun?

 

Mamma Mia Bavaria! Heimat ist da, wo es besonders weh tut!


BABAK NEMATI QUARTETT MODERN JAZZ aus der Schweiz

Beginn Sa, 18.01.20 20:00 - Ende Sa, 18.01.20 22:00
Gaststätte Bayerwald

Das Babak Nemati Quartett ist eine bunte Modern Jazz Gruppe, mit erfahrenen und hoch experimentellen Musikern aus der Schweiz, Spanien und aus dem Iran. Kurz nachdem die Band Anfang 2011 vom Bandleader und Gitarristen Babak Nemati (mit persischen Wurzeln) in Zürich gegründet wurde, fanden sich die vier engagierten Musiker in einem Aufnahmestudio wieder und haben ihr erstes Album mit sieben Eigenkompositionen aufgenommen. Nach ihrem umjubelten Auftritt bei den Jazzfreunden Landshut 2017 haben sie nach mehreren Nachfragen das Babak Nemati Quartett heuer wieder ins Programm genommen.

Mitten ins Herz: ERNST JANDL

Beginn So, 19.01.20 11:00 - Ende So, 19.01.20 12:00
Stadtbücherei im Salzstadel

Heinz Oliver Karbus liest: ERNST JANDL
Martin Kubetz sorgt für den musikalischen Rahmen

 

Ernst Jandl - wird nach entfallener Lesung nun nachgeholt.

 

Geboren am 1. August 1925 in Wien, gestorben am 9. Juni 2000 ebenda, war Jandl ein österreichischer Dichter. Er wurde vor allem durch experimentelle Lyrik bekannt, durch visuelle Poesie und Lautgedichte, die durch den Vortrag besondere Wirksamkeit entfalten. Jandls Werk ist immer auch Spiel mit der Sprache und spannt den Bogen von politischer bis zu komischer Lyrik, wie „ottos mops“. Das Spätwerk wurde konventioneller und schwermütiger, behielt aber den für Jandl typischen Sprachwitz:
demokratie:

 

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